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02.11.2012, 15:55 Uhr | Märkische Oderzeitung
Gut angelegte Fördermittel
EU-Europaabgeordneter informierte sich Projekte in der Region
Rießen (lö) 120 Millionen Euro hat der Landkreis Oder-Spree in den vergangenen Jahren aus Fördertöpfen der Europäischen Union für verschiedenste Projekte erhalten. Ab 2013 wird die Fördermittelvergabe neu bestimmt.
Von dem Geldsegen aus Brüssel hat auch, zu einem kleinen Teil, die Schlaubetal- Brennerei von Benno und Elke Geller in Rießen profitiert. 1998 haben sie damit angefangen, Schnaps zu brennen. "Wir hatten Bekannte im Saarland, da brennt fast jeder seinen eigenen Schnaps", erinnert sich Benno Geller. Nachdem sie Lehrgänge besucht, eine eigen Destillation errichte haben, können sie vom Schnapsbrennen inzwischen hauptberuflich leben.

Nicht zuletzt wurde dies möglich durch EU-Förderung. Auch wenn Elke Geller bekennt: "Für uns wäre es einfacher gewesen, wenn wir das Geld gleich 1998 bekommen hätten." So erhielten sie die Fördermittel erst 2005, unter anderem für ein großes Grundstück mit Obstbäumen, auf dem ein Teil des Obstes für die Maische geerntet wird.

Grund dafür, einen Rückblick auf die persönliche Erfahrung mit der EU-Förderung zu werfen, war der Besuch des CDU-Europaabgeordneten Christian Ehler. Begleitet von Dierk Homeyer, Landtagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender, hat er sich im Landkreis Projekte angeschaut, die mit Mitteln aus Brüssel realisiert werden konnten und erfolgreich sind. Für Ehler sollen die Erfahrungen und Berichte, die er bei den Besuchen sammelt, auch eine kleine Entscheidungshilfe sein. Denn schon jetzt wird darüber verhandelt, wie viel Geld in der nächsten Förderperiode, die von 2014 bis 2019 geht, zur Verfügung steht, wie es vor allem sinnvoll eingesetzt werden kann. Ganz so viel Geld wie bisher wird Brandenburg wohl nicht mehr erhalten, sagte Christian Ehler. Aber 75 bis 80 Prozent werden es noch sein. Ab 2019 sei allerdings mit einem drastischen Rückgang zu rechnen. Die Erfahrung zeige, dass Mittel, die Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, die meiste Hebelwirkung entfalten, sagte der Europa-Abgeordnete.