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17.10.2012, 15:58 Uhr | Potsdamer Neueste Nachrichten
Opposition: BBG-Affäre in Bad Saarow Händler als Zeuge im Untersuchungsausschuss
Potsdam - CDU und Grüne im brandenburgischen Landtag sehen sich in ihrem Urteil bestätigt, dass dem Land bei den Immobiliengeschäften durch die 2006 privatisierte Brandenburgische Bodenverwertungsgesellschaft (BBG) Schaden entstanden ist.
Grund sind die Aussagen eines Immobilienhändlers vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zur Krampnitz- und Immobilienaffäre am gestrigen Dienstag. Nach Angaben von CDU-Obmann Dierk Homeyer und Grünen-Fraktionschef Axel Vogel hat der Geschäftsmann den Eindruck bestätigt, dass die BBG beim Verkauf von Filetgrundstücken in Bad Saarow für eine Eigenheimsiedlung ein verbotenes In-sich-Geschäft abgewickelt hat und zugleich einen viel zu niedrigen Preis für das vormalige Landeseigentum verlangt hat. Über ein Firmenkonstrukt hatte sich die BBG genau in jene Firma eingekauft, an die sie kurz zuvor die Flächen überaus günstig verkauft hatte.

Vor dem Untersuchungsausschuss hatte bereits eine Gutachterin ausgesagt, die das Gelände in Bad Saarow im Auftrag der BBG zweimal auf seinen Verkaufswert hin untersucht hatte. 2002 ermittelte die Gutachterin einen Wert von 411 000 Euro. Einen Verkauf an den Gasversorger EWE, der rund 300 000 Euro anbot, hatte die BBG aber abgelehnt. 2007 stellten die Gutachter nur noch einen Verkaufswert von 37 000 Euro fest. 1997 soll das Grundstück laut einem Gutachten von Dritten sogar noch drei Millionen Mark (1,53 Millionen Euro) wert gewesen sein.

Verkauft wurde es 2007 für nur 42 000 Euro. Aus Sicht der Opposition hätte beim Verkauf ein höherer Preis erzielt werden können, wenn anstatt von Sport- und Freizeitanlagen von einer Wohnbebauung ausgegangen worden wäre, wie sie der Geschäftsmann in Bad Saarow nun auch vorhat. Ein Teil des Geländes war sogar als Forst- und Agrarfläche ausgewiesen. axf